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Maremma Frühlingssonne
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Das alles wussten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht, sondern erst als wir von einem etwas zerzaust wirkenden älteren Herren in eine Tür gewunken wurden. Als ahnungslose Touristen fanden wir uns kurz darauf in der kühlen Sachlichkeit eines Museum wieder und direkt neben diesen älteren Herren mit leichter Chiantifahne. Bald stellt sich heraus, dass der Herr ein profunder Kenner der hiesigen Geschichte und Angestellter des Museums ist. So spendiert er uns einfach so, aus Lust und Laune, eine kostenlose Führung und ein Buch über Grosseto. Na, wenn das nicht lieb ist.
Er segelt uns mit Worten in die Welt der frühen Etrusker und wie alles begann. Wir lauschen interessiert und staunen über 4000 Jahre alte Vasen und Schmuck, die es hier hinter Vitrinen im Original und zu Hauf gibt.

Noch benommen von den ganzen Informationen werden wir freundlich und geschickt auf 39 weitere Schauräume verwiesen, die wir artig alle besuchen und das alles, wie gesagt, kostenlos. Hier ist Geschichte, Kultur und Kunst, wie die Luft, noch für alle da. Respekt.

Nun bewusst über die geschichtsschwangere Landschaft, über die wir hier wandeln dürfen, lassen wir es uns nicht nehmen, jene Dörfer in den Wolken zu besuchen, welche sich im Halbkreis um diese prächtige Ebene auf hohen grünen Hügeln aufreihen.

 Zielort: "Vetulonia" ist gleich eingetippt und Chiara tut so als ob sie schon mal dort gewesen wäre. So dauert es keine 15 Minuten bis wir uns auf einer kühn ansteigenden Bergstrasse wiederfinden, gesäumt von der üblichen "macchia toscana". Es geht kurvig und ohne Umschweife steil nach oben, vorbei an uralten römischen Steinruinen, die noch immer aus der braunroten Erde zu wachsen scheinen.
Das sind jene schmalen engen und steil abfallenden Strassen, wo immer ein Bus entgegen kommen muß. Doch diesmal sind wir schneller und stellen unseren Wagen neben den geparkten und knallgelben Schulbus auf den einzigen waagerechten Parkplatz Vetulonias.

Es geht zu Fuß weiter, hinauf bis dorthin wo ein mittelalterlicher Turm eine träge und fette Wolke am Himmel streift. Mit einem Mal scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Oder besser: die Zeit hat es nicht bis hier nach oben geschafft. Wir schlendern durch lebendiges Mittelalter, obwohl hier - entgegen unseren Erwartungen - auch auffallend viele junge Menschen leben.
Die Aussicht auf die Prile Ebene, das Meer und die umliegenden Dörfer ist schlicht weg atemberaubend. Wir ernten freundliches Kopfnicken auf unsere Versuche Kontakt aufzunehmen, doch unsere Anwesenheit scheint hier jeder wie die Schatten vorüberziehender Wolken wahrzunehmen. Verständlich.
Artig besuchen wir einige der vielen kleinen Sehenswürdigkeiten des Dörfleins, z.B. einen hübsch mit Huflatich überwucherten Grundriss einer augenscheinlich ehemals recht geräumigen römischen Villa.
Darüberhinaus wird Vetulonia im größeren Umkreis von einer Reihe von antiken Ruinen gesäumt und ein nicht unbeträchtlicher Teil der Fundstücke im Museum zu Grosseto stammt von hier. Beeindruckend.

 

 

 



 


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